- Teil Deines Traums

Von Starrgabeln bis zu den heutigen Manitou-Federgabeln

Seit Manitou & Co die ersten Federgabeln auf den Markt gebracht haben, ist die Entscheidung immer schwieriger. Je nach Untergrund und Budget entscheidet man sich für bestimmte Ausführungen und Materialien.

Die Vordergabel hat entscheidende Auswirkungen auf das Fahr- und Lenkverhalten eines Fahrrades. Nach dem Rahmen und den Rädern wirkt sich das Gewicht der Gabel am meisten auf das Gesamtgewicht des Rades aus. Je nach Einsatzgebiet und gewünschter Steifigkeit entscheidet man sich für eine Starr- oder Federgabel.

Starrgabeln kommen besonders auf Asphalt zum Einsatz. Sie sind vergleichsweise leicht, günstig und wartungsarm. Gabeln aus Karbon werden besonders bei teureren Rennrädern eingesetzt. Dieses Material bietet sehr hohe Festigkeit und damit ein gutes Lenkverhalten sowie ein geringes Gewicht. Auch Aluminium ist vergleichsweise leicht und steif und günstiger als Karbon; es wird häufig bei Trainings-Rädern und Stadträdern verwendet. Günstige Starrgabeln aus Stahl wurden jahrelang nur noch bei Billigrädern verwendet. Sie erleben zurzeit jedoch ein Revival: Das schlanke Design ist bei Fans klassischer Rennräder beliebt. Sie sind langlebiger als Gabeln aus Aluminium und Karbon und ihre Elastizität sorgt auf unebenem Boden für mehr Komfort. Allerdings schränkt die Biegsamkeit auch die Lenkfähigkeit ein, denn die Gabel verformt sich nicht nur bei Stößen von unten, sondern auch in Kurven und Schlenkern.

Um diese Elastizität bei Stößen mit guter Kontrolle in Kurven zu kombinieren, experimentierten in den Achtzigern, der Frühzeit der Mountainbikes, verschiedene Konstrukteure mit gefederten Gabeln. Als 1990 zum ersten Mal Rennen mit Manitou Federgabeln gefahren wurden, staunte das Publikum. Denn bei Mountainbike-Rennen waren die Fahrräder harten Belastungen ausgesetzt, und kaum einer hatte solchen komplexen Bauteilen eine Chance im Rennbetrieb gegeben. Bis heute sind Federgabeln schwerer als Starrgabeln in der gleichen Größe und aus dem gleichen Material. Je mehr Federweg sie aufweisen sollen, desto länger werden sie, und desto mehr wiegen sie auch. So sollte man höchstens bei Downhill-Bikes zu den Gabeln mit bis zu 180 Millimeter Federweg greifen. Nicht nur ihr Gewicht ist höher; auch die Fahrgeometrie wird beeinflusst. Der Lenker ist höher und Fahrten bergauf sind anstrengender. Um dies zu verhindern, kann man bei komplexeren Federgabeln das Niveau senken, wenn man gerade nicht auf den gesamten Federweg angewiesen ist.

Nicht immer ist die Federung erwünscht. Deshalb verfügen Federgabeln aus dem High-End-Bereich über Mechanismen, mit denen man sie feststellen kann. Diese Lock-out-Funktion ist besonders bei Fahrten auf Asphalt beliebt, denn so erreicht man genauere Kurvenführung und weniger Energieverlust durch Wippen des Rades beim Treten. Aus demselben Grund lässt sich auch die Federstärke – also der Luft- oder Öldruck – regulieren. So kann man zwischen mehr Elastizität und besserer Kontrolle wählen.